Leistungsdruck in der Schule: Welche Ursache hat er und wie können wir uns davon befreien? 

Lesedauer: 7 Min.

Du erfährst in diesem Artikel, wo der Leistungsdruck in der Schule herkommt. Welche Teile in unserem Gehirn angesprochen werden und wie es dir gelingt, mit drei Ideen ein klein wenig Druck zu nehmen. Freue dich auf einen kurzen und knackigen Artikel.

Druck im Schulkontext zu spüren, ist wirklich nichts Ungewöhnliches. Und gleichzeitig ist es belastend. Es ist wie eine Schwere, die auf den Schultern getragen wird.

Nahezu alle Eltern, mit denen wir arbeiten, spüren einen unglaublichen Druck. Sie kommen zu uns, weil sie das Gefühl haben, manchmal nicht mehr sie selbst zu sein. Sie haben den Eindruck, dass die Schule sie verändert, und den Familienalltag gleich mit. Die MentoringteilnehmerInnen wünschen sich eine andere Lebensweise für sich und ihre Familie. Die liebe Elena, eine Mama, die unser klassenheld Mentoring besuchte (Link) beschreibt es, als würde sie täglich mit einer imaginären Peitsche hinter ihrem Kind stehen. Sie erkennt sich selbst nicht wieder. Kann diese Peitsche aber auch einfach nicht ablegen. Dinge, die irgendwann mal einfach schienen, sind es nicht mehr.

Das, was du spürst, ist innerlicher Druck, der dir allerdings nicht die Schule macht. In der Schule finden Dinge statt, die Druck in dir auslösen.

„Stimmt nicht!“, denkst du vielleicht.

Wir Klassenheldinnen fragen dich: „Was wäre, wenn es doch stimmt?“ Wie fühlt es sich an, wenn du diesem Druck nicht machtlos ausgeliefert bist?

Spüre da gerne mal einen Moment in dich hinein? Was würde dieser Gedanke für dich bedeuten?

Genau an der Stelle beginnt für viele Eltern, die mit uns arbeiten, schon die erste Veränderung.

Denn sie entwickeln sich von einem Menschen, der sich machtlos fühlt und sich den Gegebenheiten des Systems ausgeliefert sieht, zu jemandem, der gestaltet und verändern kann.

Du hast es in der Hand, etwas zu tun, um den Druck von deinen Schultern zu nehmen. Es ist dein Handlungsbereich, mit den Dingen, die Druck und Schwere in dir erzeugen, umzugehen.

Schauen wir uns doch mal genauer an, woher der Druck kommt. Schule „macht“ also Dinge, die Druck in uns erzeugen.

Wichtig ist an dieser Stelle, eine Differenzierung zwischen den Dingen, die Druck auslösen, und dem, was dich stresst, herzustellen.

Schaue dir die Situationen an, die dich „nervös“ werden lassen und unterscheide sie. Eine Eierschachtel, die es für morgen zu besorgen gibt, stresst dich wahrscheinlich eher. Während die dritte fünf in Folge eher Druck auslöst.

Stelle dir folgende Situation vor: Dein Kind bringt eine schlechte Note mit nach Hause. Du spürst in dir steigen Ängste auf und der Drang noch mehr zu üben. Je nachdem, mit welchen eigenen Schulerfahrungen die Eltern ihrem Kind gegenüberstehen, kann diese Situation dich mehr oder weniger mitnehmen und Druck in dir erzeugen. Diese starken Reaktionen hängen damit zusammen, dass mit einer schlechten Note viele Ängste einhergehen. Es ist die Angst nicht Schritt halten zu können, abgehängt zu werden, zu wiederholen, nicht mehr dazuzugehören.

Dahinter steckt der Wunsch, dass das Kind ein selbstständiger und glücklicher Mensch wird, der sein Leben ohne die Eltern meistern kann. Denn wir wissen, irgendwann sind wir nicht mehr da, um das Kind zu unterstützen.  Die Angst, die sich hier meldet, ist eine Existenzangst, dass unsere Kinder keine selbstständigen Menschen werden.

Diese starken Emotionen der Angst werden in einem Teil unseres Gehirns ausgelöst, das für den Verstand nicht zugänglich ist.

Wir dürfen also hier daran arbeiten, diese Emotionen zu managen. Bzw. diese Verschaltung, dass gute Noten stellvertretend für ein erfolgreiches und glückliches Leben stehen, auflösen.

Merke dir: sobald dein Kind eine schlechte Note bekommt, ist diese aufkommende Angst eine Existenzangst, um dein Kind.

Je nachdem, wie deine eigenen Schulerfahrungen waren, ist diese stärker oder weniger stark.

Du magst vielleicht beim Lesen dieser Annahme erst mal etwas stutzig werden. Letztlich ist es dieser Zusammenhang, der Eltern diesen enormen Druck spüren lässt.

Dabei kennen wir Beispiele von vielen Menschen, die in der Schule so gar nicht performt haben und gleichzeitig ein erfolgreiches Leben haben. Mithilfe dieser Erfahrungen und der Kombination aus den folgenden Ideen gelingt es, den Druck etwas von den Schultern nehmen.

Idee Nummer 1:

Schnappe dir eine Vertrauensperson deiner Wahl und tauscht euch offen über diese Ängste aus. Mache dann einen Realitätscheck. Stelle dir die Frage:

„Wie real ist deine Angst wirklich?“

Nur weil dein Kind bspw. eine 5 in Sachkunde hat, wird diese eine Note nicht über sein ganzes Leben bestimmen.

Du kannst dir die Frage stellen und deine Gedanken überprüfen:

„Ist das wirklich wahr?“

„Was erzähle ich mir überhaupt selbst?“

„Und was möchte ich überhaupt erzählen?“

„Welcher Gedanke ist mir hier dienlich?“

Mit diesen Fragen kannst du gedanklich etwas Abstand gewinnen und das Vertrauen in dich und dein Kind stärken.

Idee Nummer 2:

Hier kommt eine weitere Idee, die dich dabei unterstützt, um aus dem Leistungsdruck und Überlebensmodus herauszukommen.

Du steigst in den Helikopter und fliegst mal eine große Runde.

Stelle dir vor: Dein Kind bringt eine Note mit nach Hause, von der ihr euch mehr erhofft hattet.

Steige in deinen Helikopter und fliege mal eine Runde. Schaue dir diese Situation von ganz weit oben an und frage dich:

Welche Relevanz hat diese Situation in 5 Jahren?

Die Antwort wird vermutlich „keine“ sein. So kannst du dich aus deinem Gedankenstrudel selbst herausfliegen :)).

Idee Nummer 3:

Du bringst Distanz hinein zwischen dem Auslöser und deiner Reaktion.

Auslösereise kann bspw. eine Note sein, ein Eltern-Lehrergespräch, Trödeleien oder dass einfach nicht mit den Hausaufgaben begonnen wird.

Zuerst darfst du herausfinden, was konkret dich triggert? Begib dich mal auf Spurensuche und schaue erst einmal, was der Auslösereiz ist.  Was bringt dich in den Modus, dass du den Druck so stark fühlst? Ein bestimmtes Verhaltensmuster deines Kindes, bspw. trödeln oder umgeknickte Blätter? Was genau löst den Druck in dir aus?

Ein weiterer kleiner Helfer, um etwas Druck aus der Situation zu lassen, kann die Tatsache sein, Distanz zwischen dir und der Situation zu schaffen.

Hier hilft oft auch räumliche Distanz.

Geh in die Küche, mach dir einen Kaffee oder schau aus dem Fenster und atme tief durch und schaue aus dem Fenster.

Mit dieser gewonnenen Distanz bist du wieder bei dir selbst angekommen und geerdet. Du kannst einfühlsam in das Gespräch mit deinem Kind gehen.

Diese drei Ideen unterstützen dich, auf deiner Druckskala von einer 12 zumindest mal unter die 10 zu kommen. Hoffen wir zumindest:).

Sei an dieser Stelle bitte gnädig mit dir. Denn kluge Vorhaben wie:

„Einfach mal Druck herausnehmen“, „Sei nicht so angespannt“, funktionieren selten.

Die Lösung ist es am Ende diese tief sitzenden Urängste zu begleiten und aufzulösen und nicht einfach mit einem Fingerschnippen wegzublasen.

Austausch und echt Verbindungen können helfen, um gemeinsam diese Dinge anzugehen. Denn, wir brauchen am Anfang Unterstützer.

Wir, als Klassenheldinnen, arbeiten mit der Existenzangst als Superkraft, die uns weiterbringt und uns dient. Das ist schwer für dich vorzustellen. Funktioniert aber :). Schau dir hierfür unsere Heldenreisen an.

Du brauchst das nicht alleine schaffen

Fühle dich darin bestärkt, dass du nicht alleine bist. Du siehst, dass es möglich ist, mit Leichtigkeit durch die Schulzeit zu gehen und die alten Schulgeister hinter dir zu lassen.

Die wunderbare Erkenntnis ist:

Der Druck ist in dir entstanden. Die Lösung steckt genauso in dir!

Du brauchst sie nicht alleine finden. Wir begleiten dich dabei. Wenn du da gerne ran möchtest, dann buche dir jetzt ein Kennenlerngespräch. 

Genauso wie dein Schulkind gerade Dinge noch lernt. Genauso kannst du gewisse Dinge noch lernen. Womöglich ist die Schulsituation eine high challenge und gleichzeitig ist es eine, die zu bewältigen ist. Umarme es als Einladung:

„Mein Schulkind lernt ganz viel die nächsten Jahre und ich nehme alles, was kommt, als eine Lerngelegenheit. Es sind meine alten Dinge, die da mit am Tisch sitzen, sobald es an die Hausaufgaben geht.“

Und du merkst, das Thema geht ganz schön tief.

Wenn du bereit bist, tief zu tauchen und Helikopter zu fliegen, dann hole du dir jetzt ein Ticket für die Helikopterschule ;).

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